Reet als Dacheindeckung verbinden Menschen unweigerlich mit Norddeutschland. Dass das Material aber zurzeit eine Renaissance im Bausektor erfährt, ist allerdings nicht unbedingt bekannt. Daher werden rund 80 Prozent des in Deutschland benötigten Reets aus dem Ausland importiert – hauptsächlich aus Österreich, Ungarn, Rumänien, Polen und der Türkei.
Der Restbedarf wird durch die wenigen einheimische Flächen gedeckt, auf denen eine maschinelle Reeternte kostendeckend möglich ist. Diese erfolgt in der Zeit von Januar bis März durch Reetbauern, die in dem meist kniehohen Wasser Spezialfahrzeuge einsetzen müssen. Reet ist im seichten Uferbereich von Seen, in Feuchtmooren und auf morastigen Randstreifen zu finden.
Der Reetdachdecker Christoph Behrens aus Niedersachsen, einer von noch rund 50 Handwerksbetrieben im Lande, ist in der glücklichen Lage zugleich auch Reetbauer zu sein. So erntet der Dachdecker mit insgesamt drei in Eigenregie entwickelten Spezialfahrzeugen das Schilfrohr. Neuester Zugang ist eine Erntemaschine auf Basis einer Pistenraupe, die mit einer Funkfernsteuerung von Cattron-Theimeg Europe (CTE) ausgerüstet wurde. Die Raupe umfasst neben einem selbst gebauten Schneidwerk, einem Transportsystem und einer Reetreinigungskonstruktion auch eine Ladefläche. Sämtliche Einrichtungen werden hydraulisch angetrieben. Mit Hilfe dieser Anbaueinrichtungen kann die aus zwei Personen bestehende Bedienmannschaft der Raupe, das Reet abschneiden und gleichzeitig auf dem Fahrzeug verstauen. Bisher musste der Erntevorgang zur Bedienung der Ladefläche mehrmals unerbrochen werden, damit der Mitarbeiter aussteigen kann. Neben der Reduzierung der Ernteleistung der Raupe, sorgte das Aussteigen in der Regel auch für nasse Füße beim Bedienpersonal, in dem zum Teil knietiefen Wasser.
Durch die Installation einer Funkfernsteuerung ist jetzt die Bedienung der Ladefläche aus dem Führerhaus des Spezialfahrzeuges möglich. Aufgrund der Fülle an Befehlen (Ladefläche heben / senken / kippen / geradestellen / verschieben links und rechts sowie Reetbunde nach hinten verschieben) fiel die Wahl auf das Produkt „Excalibur“, ein Handsender mit 12 Drucktastern, kombiniert mit einem ct24-Empfänger mit 17 Relais.. Andreas Kruse, Außendienstmitarbeiter von CTE für das Gebiet Norddeutschland freut sich „Wir konnten mit unserem Standardprodukt „Excalibur“ eine maßgeschneiderte Lösung für den speziellen Anwendungsfall unseres Kunden liefern. Hierdurch konnte nicht nur die Ernteleistung und somit Wirtschaftlichkeit der Raupe signifikant gesteigert werden, nein, auch die Mitarbeiter freuen sich über trockene Füße zum Feierabend“.